Yoga als Lebensweg

Wie Yoga mich begleitet

Die ersten Erfahrungen mit Yoga habe ich in meiner Jugendzeit gemacht, damals waren es für mich nur die physischen Übungen, einfache bis mittlere Bewegungsabläufe für mehr Flexibilität und Kraft. Als ich 2008 das erste Kind erwartete, half es mir bis fast zur Geburt in Bewegung zu bleiben und blieb dann Teil meines Lebens.

Langsam begann ich mich auch für den Hintergrund zu interessieren, Meditation, Atemübungen und tiefe Entspannung habe ich lange weggelassen. Es war mir zu passiv und ich hatte keinen Zugang dazu gefunden. Erst viel später war ich bereit die Aussage „In der Ruhe liegt die Kraft“ zu verstehen und dies schrittweise in meinen Alltag zu integrieren.

Meine 200hr Yogaausbildung war dann überraschend anstrengend und zeitintensiv. Nebst dem korrekten Erlernen der Asanas bei mir sowie das Unterstützen von Anderen bei der richtigen Ausführung, erarbeitete ich mir Kenntnisse über Anatomie, Erkrankungen und Beschwerden die mit Yoga gemildert werden können und über Ayurveda. Ich übte Mantras und das Zählen auf Sanskrit. Ich erfuhr viel über den Ursprung und die Philosophie dahinter und ich lernte den exakten Ablauf von Pranayamas. Am Schwierigsten empfand ich auch da immer noch mich auf Meditation und Yoga Nidra einzulassen und von einem aktiven Alltag in die Stille und das Loslassen zu kommen. Das war neben den ganzen neuen Wissen, ein bedeutender Lernschritt für mich, zu verstehen, dass genau diese Entspannung nötig ist für den Ausgleich zu der täglichen Aktivität.

Was Yoga mit Führung zu tun hat

Vieles was wir im Yoga lernen, können wir auch in jegliche Art von Führung mitnehmen und Beides beruht auf Selbstführung

Yoga lehrt uns, dass wir uns kontinuierlich verbessern können, genauso ist auch Führung ein Lernprozess. Unabhängig ob im Alltag allgemein, in der Familie oder bei der Arbeit ist es immer ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren, die es gilt in unser Handeln und die nächsten Schritte mit einzubeziehen, um so eine Weiterentwicklung möglich zu machen. Beim Üben von Körperhaltungen werden wir flexibler und stärker und spüren unsere Fortschritte, in der Führung erreichen wir dies durch Erweitern unserer Kompetenzen, Arbeit an unserer Kommunikation und Reflexion von unserem Verhalten. Bei Beidem wird es auch immer wieder Rückschritte geben, Asanas, die heute nicht gelingen, Situationen, die anders verlaufen als erhofft. Da zählt es weiterzumachen und zu überlegen, was es braucht damit es besser funktioniert.

Beim Yoga ist das Ziel Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. In der Führung wird diese Balance durch ein gutes Miteinander von uns selbst, den Mitmenschen und dem Umfeld erreicht.

Ashtanga – die acht Stufen des Yogas

Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigt, gelangt irgendwann zu den acht Stufen des Yogas. Diese gehen auf den Gelehrten Patanjali zurück und wurden vor über 2000 Jahren verfasst. Sie lassen sich auch heute im modernen Alltag umsetzen und zeigen einen ganzheitlichen Ansatz für ein bewussteres Leben. Sie dienen als Kompass, um Yoga von der Matte in den Alltag zu tragen. Ich werde hier kurz auf die acht Bereiche eingehen und zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher dazu schreiben:

1. Yamas – Umgang mit der Aussenwelt

Yamas sind moralische Empfehlungen für ein achtsames und respektvolles Miteinander. Sie helfen bei der persönlichen Entwicklung und bei der Selbstreflexion. Die 5 Yamas handeln unter anderem von gewaltfreier Kommunikation, Ehrlichkeit und bewusstem Umgang mit Energie.

2. Niyamas – innere Haltung

Niyamas geben Ratschläge für den Umgang mit uns selber. Die 5 Niyamas beschreiben innere und äussere Reinheit, Disziplin, Zufriedenheit, kontinuierliches Selbststudium und Hingabe.

3. Asana – Körperhaltung

Asanas sind Körperhaltungen, die statisch oder dynamisch ausgeführt werden. Sie fördern Kraft, Beweglichkeit und allgemeines Wohlbefinden.

4. Pranayama – Atemübungen

Pranayama beschreiben gezielte Atemtechniken, die Körper, Geist und Nervensystem beruhigen. Sie helfen die Konzentration zu steigern und Stress zu reduzieren.

5. Pratyahara – Rückzug der Sinne

Pratyahara bedeutet die Aufmerksamkeit von äusseren Einflüssen abzuziehen und den Fokus nach innen zu richten.

6. Dharana – Konzentration

Dharana ist die Kunst sich komplett auf eine Aufgabe oder eine Person zu konzentrieren ohne gedanklich zu anderen Themen zu schweifen.

7. Dhyana – Meditation

Meditation ist ein Zustand des reinen Beobachtens. Sie ermöglicht uns Gedanken und Situation wertfrei zu betrachten und so klare Entscheidungen zu treffen.

8. Samadhi – totale Präsenz

Samadhi beschreibt den Zustand in völliger Präsenz und tiefer innerer Ruhe.

Diese acht Stufen können die Bausteine für ein Leben in Balance bilden.

Der positive Effekt

Yoga hat für unser körperliches, psychisches und mentales Wohlbefinden viele Vorteile. Die genauen wissenschaftlich belegten Zusammenhänge werde ich in einem anderen Beitrag genauer erklären.

Regelmässige Körperübungen verbessern Kraft, Beweglichkeit und Körperhaltung, dadurch können auch Entzündungen oder körperliche Erkrankungen gemildert werden und das Immunsystem gestärkt werden.

Eine ganzheitliche Praxis hat einen positiven Einfluss auf unsere psychische und mentale Gesundheit, sie kann das Selbstwertgefühl und unsere Fähigkeit, mit Stress umzugehen verbessern, dies verbessert unser Lebensqualität und kann für einen besseren Schlaf sorgen.

Kleiner Impuls


Haltung

Eine aufrechte Körperhaltung ist entscheidend für unsere Gesundheit. Langes Sitzen, Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen im Alltag wirken sich oft negativ auf unseren Rücken, Nacken und Schultern aus. Wenn wir bewusst den Rücken aufrichten, stärken wir Muskeln und Gelenke, können freier atmen und uns selbst besser wahrnehmen.

Eine einfach Übung, welche schnell im Alltag zwischendurch gemacht werden kann, ist die Katze-Kuh-Position im Sitzen. Sie mobilisiert die Wirbelsäule und lockert Verspannungen.

Katze-Kuh auf dem Stuhl:

  1. Ausgangslage: Setze dich aufrecht auf die Vorderkante deines Stuhls, die Füsse stehen flach auf dem Boden.
  2. Einatmen (Kuh): Hebe die Arme zur Seite, öffne deine Brust weit und ziehe die Schulterblätter sanft zusammen. Der Blick geht leicht nach oben.
  3. Ausatmen (Katze): Runde den Rücken, ziehe das Kinn zur Brust und nimm die Arme nach vorne. Stelle dir vor, dass du einen grossen Gymnastikball umarmst.
  4. Wiederholung: Führe diese Bewegung ruhig und fliessend mit deinem Atem für ca. 5-10 Wiederholungen aus.

Wenn dich dieses Thema begleitet oder du dir mehr Klarheit wünschst, freue ich mich, von dir zu hören.

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