Verantwortung schafft Verbindlichkeit

In diesem Beitrag findest du folgende Gedanken:


Verbindlichkeit ist die Freiheit sich aufeinander verlassen zu können. Sie ist das Vertrauen, dass Taten den Worten folgen.

Aufrichtigkeit braucht Selbstverantwortung


In einem vorherigen Beitrag habe ich bereits über die Rolle der Aufrichtigkeit in Beziehungen geschrieben, doch dies allein reicht nicht aus.

Sich zu zeigen und Schwierigkeiten anzusprechen bedeutet nicht, alles ungefiltert in den Raum zu werfen, sondern uns klar darüber zu sein, dass wir die Verantwortung für das tragen, was wir sagen und tun. Dabei geht es nicht darum alles richtig zu machen, sondern sich der Wirkung bewusst zu sein und Situationen aktiv mitzugestalten.

Unsere Worte, Handlungen und Entscheidungen haben Auswirkungen auf unser Leben und auch auf das unserer Mitmenschen. Wenn wir genauer hinschauen erkenne wir unseren eigenen Anteil. Und genau diesen können wir beeinflussen, indem wir unsere Aussagen und Taten achtsam wählen. Dies gelingt nicht immer. Ich kenne diese Momente, wenn ein Bedürfnis zu lange unausgesprochen bleibt und dann im falschen Moment hervorkommt, wenn Worte anders klingen als beabsichtigt oder wenn eine Handlung eine Wirkung zeigt, die ich so nicht erwartet habe. Für mich ist es in solchen Situationen wichtig innezuhalten und zu reflektieren, wieso es dazu kam, wie ich dies zukünftig besser lösen kann und was ich daraus für das nächste Mal mitnehme. Und auch zu erkennen, dass ich mein Verhalten steuern kann nicht jedoch wie es bei meinem Gegenüber ankommt.

Wo Verantwortung Nähe entstehen lässt

Verantwortung beginnt bei uns selbst, wirkt aber in jeden Lebensbereich und in jede Beziehungen hinein.

Echte Verbindung entsteht dort, wo Menschen ehrlich über ihr Leben sprechen und gleichzeitig bereit sind für ihr Handeln einzustehen.

Besonders berührend sind für mich die Momente, in denen jemand den Mut hat mir zu sagen, dass er nicht ehrlich war oder einen Fehler gemacht hat. Das kann uns allen passieren, doch wir haben die Wahl, Haltung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und dies wieder zu korrigieren.

Genau dort entsteht Vertrauen.

Eine kleine Kinderhand, die den Daumen einer grossen Hand umschliesst. Sie zeigt die Verantwortung, die wie mit Kindern übernehmen.

Fürsorge ohne Grenzüberschreitung

Überverantwortung entsteht, wenn wir mehr Verantwortung übernehmen, als uns zusteht oder wir übernehmen sollten. Dies geschieht in Situationen in denen wir ungefragt die Verantwortung von anderen übernehmen oder ihre Probleme lösen wollen. Wir lassen ihnen so keine Möglichkeit selbst eine Lösung zu finden oder laden uns damit viel zu viel auf, weil wir Verbindlichkeiten übernehmen, die eigentlich nicht unsere sind. Es passiert auch in Momenten in denen wir uns übermässig verantwortlich fühlen für das Wohlergehen von anderen und vielleicht nur hilfsbereit sein wollen. Wir übersehen dabei, dass wir so den anderen entmündigen. Statt fürsorglich zu sein werden wir übergriffig. Wir können nicht für jemand anderen entscheiden und sind nicht verantwortlich für seinen Weg oder seine Reaktion.

Für eine gesunde Balance braucht es klare Grenzen und das Verständnis dafür, dass wir für unsere Absichten und unser Handeln verantwortlich sind und gleichzeitig die Verantwortung des Anderen respektieren.

Klarheit in der Rolle

Auch im beruflichen Umfeld zeigt sich wie wir Verantwortung verstehen und leben. Dabei geht es nicht nur darum Aufgaben zuverlässig zu erfüllen, sondern auch Klarheit über die eigene Rolle zu haben. Wir sollten wissen wofür wir zuständig sind und wofür nicht, was wir mitgestalten dürfen und wo es Abgrenzung braucht.

Im Arbeitsalltag ergeben sich immer wieder Situationen, in denen Verantwortung nicht klar geklärt ist. Aufgaben werden weitergereicht, Entscheidungen hinausgezögert und Erwartungen nicht angesprochen. Dies führt zu Unsicherheit und oft auch zu Frustration. Wir brauchen Orientierung damit Zusammenarbeit gut funktionieren kann.

Gleichzeitig sollten wir die Klarheit haben, wo unsere Kompetenzen liegen, so können wir die Verantwortung des Gegenübers respektieren und haben die Möglichkeit zu unterstützen, mitzudenken und zu begleiten ohne die Aufgaben und Entscheidungen von anderen zu tragen.

Geborgenheit braucht Verlässlichkeit

Im Familienalltag geht es darum das Gleichgewicht zu finden zwischen Verantwortung übernehmen und abgeben. Wir als Eltern tragen die Hauptverantwortung, gleichzeitig können Kinder nur lernen zu selbständigen und verantwortungsbewussten Erwachsenen zu werden, wenn sie schrittweise und altersgerecht lernen selber Aufgaben zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und für Konsequenzen einzustehen.

Wir schaffen den Raum in dem sie wachsen können und sollten achtsam sein, wann der richtige Zeitpunkt ist um die Selbständigkeit zu fördern ohne dass dies zur Überforderung wird. Indem die Kinder Aufgaben übernehmen, lernen sie dies alleine zu erledigen und haben Erfolgserlebnisse. Wenn sie bei Entscheidungen mitsprechen können, fühlen sie sich ernst genommen und merken, dass es nicht immer einfach ist etwas zu beschliessen, dass für alle stimmt, dass ein Gemeinschaftsentscheid jedoch akzeptiert werden sollte. So lernen sie früh, dass Verbindlichkeit auch bedeutet, getroffene Vereinbarungen mitzutragen, auch wenn die eigenen Wünsche einmal hintenanstehen. Und wenn sie die Folgen von eigenem Verhalten oder Entscheidungen erleben, ermöglicht dies eigenverantwortlich zu werden.

Indem wir unseren Kindern zutrauen, Verantwortung zu übernehmen und ihnen gleichzeitig durch unsere Verlässlichkeit halt geben, legen wir den Grundstein für ihr späteres Leben. Geborgenheit entsteht nicht dadurch, dass wir ihnen alle Hindernisse aus dem Weg räumen, sondern dadurch, dass sie wissen, dass wir immer für sie da sind und hinter ihnen stehen. So können sie in Sicherheit wachsen, Fehler machen und lernen, für sich selber einzustehen.

Echte Begegnungen beginnen mit Aufrichtigkeit und bleiben bestehen mit Verantwortung. Am Ende ist es unsere Verlässlichkeit, die aus einem blossen Kontakt eine tragfähige Verbindung entstehen lässt.

Kleiner Impuls


Verantwortung klären

Um Verantwortung zu übernehmen, ist es wichtig sich bewusst zu machen, wofür wir diese tragen. Dies beginnt bei uns selbst. Je nach Rolle kommen weitere Aspekte hinzu, diese gilt es achtsam zu reflektieren.

Wenn dich dieses Thema begleitet oder du dir mehr Klarheit wünschst, freue ich mich, von dir zu hören.

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